Samstag, 25. Juni 2011

Week 1

So. Eine Woche ist vorbei und keine Lebenszeichen von uns. Für euch mag dies ein schlechtes Zeichen sein, wir aber lassen's uns ziemlich gut gehen. Montag Abend bin ich nach einer halben Ewigkeit in San Francisco gelandet und ins Hotel gefahren, wo tollwütige Luftsprünge und der kurze Austausch zwischen Freunden stattfanden. Dann aber bin ich outgepasst, wie Tinie Tempah.

Am nächsten Tag stand administratives auf dem Programm. Die Beschaffung von folgenden Sachen in Kombination mit dem Sehen und Staunen, was in einer amerikanischen Grossstadt jeden Europäer heimsucht, musste vollbracht werden: Kamera, Natel, Sonnenbrille, Bay Area Cut, Kleider und Accessoires aller Art. Mit leerer Geldbörse, dafür mit einem Kopf voller Endorphin ging's dann wieder nach Hause. Erwähnenswert wäre noch der Barber, der uns nach (ziemlich guter) volltaner Arbeit in seinem SUV ein bisschen die Stadt zeigte. Die Offenheit der Amis haute mich einmal mehr um.


Die nächsten Tage waren geprägt vom usual San Francisco tourist shit (Gruss an dieser Stelle an DeeFly):

- Alcatraz: Windiger, nebliger Tag. Auf der Hinfahrt einen minimen Blick auf die Golden Gate Bridge erhaschen können, jedoch reichte dies nicht zur vollen Befriedigung (n/h). Alcatraz selbst war ziemlich cool, obwohl Oubie keinen Bock hatte, dem Guide zuzuhören. Er verstehe nichts, was aber ziemlich gelogen war. Er hat einfach nicht hingehört. Dann die Audio-Guided Tour, ein paar Fotos im Gefängnishof (wobei dies sich beim gefühlten 200 km/h Wind als ziemlich schwierig herausstellte) und dann auch schon wieder zurück auf's Festland.


- Wiz Khalifa: Dass das Konzert stattfindet, sah ich zum Glück schon ziemlich früh. Denn 1. war es ausverkauft und 2. schon seit längerer Zeit. Ich hab schon viel erwartet, aber was wir dann sahen, hat uns umgehauen: Ein riesengrosser Konzertsaal, gefüllt mit 8000 Leuten zwischen 12 und 50 Jahren. Eine Vorgruppe gab's nicht, dafür machte ein DJ xy ein Warm-Up, was die Leute schon zum durchdrehen brachte. Der markante Unterschied ist halt, dass jeder und jede dortdrin jeden mehr oder weniger bekannten Song mitsingen kann. Und bei B.M.F. und 8000 Leuten spürte ich mich dann selbst auch nicht mehr und hüpfte auf den Sitzen rum wie ein Känguru auf Ecstasy. Das Konzert war dann auch ziemlich eindrücklich, halt eben wegen der Audienz. Die Performance selbst war cool, mehr nicht. Oubie ist übrigens noch ein Loch hinuntergefallen, was im Nachhinein ziemlich ziemlich lustig war. Er wollte über die Sitze ganz nach hinten klettern, sah das Loch nicht und verschwand aus meiner Sicht einfach im Boden. Abrakadabra. Schade, gibt's kein Video.

- Golden Gate Bridge: An der Fisherman's Wharf haben wir am nächsten Tag ein Fahrrad gemietet und mussten zwei ziemlich verfuckte Hügel besteigen. Danach bot sich dann aber DIE Aussicht, auf die ich seit meiner ersten "Full House"-Folge gewartet habe. Eindrücklicher geht's nicht. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter und konnten einigen Unfällen nur ziemlich knapp entgehen, da die Konzentration eher der Brücke, als der Strasse galt. Die joggenden Pörzes waren da auch eher weniger hilfreich. Auf der Brücke selbst gab's dann wieder Fotos, viele Asiaten und das traditionelle Runterspucken.


Am nächsten Tag haben wir unser Mietauto (Toyota Camry) abgeholt und sind die Lombard Street runtergeschlängelt. Vorher gab's noch an einer U-Bahn Station ein Fahrticket Hustling, da wir mehr gelaufen, als gefahren sind. Die Leute hatten aber eher Angst vor uns, als dass sie unsere Hilfsbereitschaft huldigten und vor uns auf die Knie gingen. Mit dem Auto ging's dann weiter nach Santa Cruz, wo wir eigentlich nur kurz anhalten und dann nach Monterey weiterfahren wollten. Eigentlich. Nun sitze ich immer noch in Santa Cruz in einer Laundry und warte, bis Oubie seine dreckigen Unterhosen gewaschen hat. Nun, how come sind wir immer noch da? Wir sind da so ein bisschen rumgeschlendert, haben ein paar coole Shops entdeckt und in einem meinte der Verkäufer, dass Monterey ein ziemlich verschlafenes Dorf sei und hier bessere Partys stattfänden (es war Freitag). Und - du kännsches - wie wir so sind, haben wir uns entschieden, in Santa Cruz zu bleiben, wo wir dann auch schnell ein Motel fanden.

National 9 Motel hiess das Ding. Beim Durchfahren winkte uns dann eine in die Jahre gekommene, aber möchtegern-rausgeputzte Dame, was wir zunächst als Freundlichkeit der Amis deuteten. Ich ging dann in's Zimmer und Oubie parkte das Auto. Als ich wieder rauskam, war Oubie im Gespräch mit dieser zahnlosen Dame, welche ziemlich freundlich war und uns auf einen Drink in ihr Hotelzimmer einlud. Naiv wie wir sind, sassen wir dann halt dort und smalltalkten. Irgendwann fand dann folgender Dialog statt:
Madame: "I'm also visiting Santa Cruz with my friend, but she's in another hotel."
Wir: "Why aren't you guys in the same hotel?"
Madame: "We work"
Und der Groschen war gefallen. Ich verabschiedete mich dann ziemlich schnell, als sie dann anfing, Anspielungen zu machen und Oubie folgte mir kurze Zeit später. Was nicht heissen soll, dass er von ihrem Angebot Gebrauch gemacht hat, aber er ist halt freundlicher als ich.

Später wollte Oubie irgendwann etwas im Auto holen, ging raus und hämmerte 2 Sekunden später wie wild an der Türe. Türe auf, Oubie stürmt rein und schliesst die Tür so schnell wie möglich. Was denn los sei kam dann natürlich als nächste Frage und er meinte, dass draussen gerade 15 Schwarze eine Motelzimmertüre eingekickt und hineingerannt seien, als würden sie jemanden suchen. Okay. So was machen? In's Auto und ab nach Downtown.

Santa Cruz ist geprägt von Surf- und Skateboys, Girls in kurzen Kleidchen und Musikern. Der Altersdurchschnitt ist ziemlich tief, was auch dazu beigetragen hat, dass wir hierbleiben wollten.
Am Abend sind wir zuerst an den "Boarderwalk" Jahrmarkt am Strand und dann in eine Location, die "Motiv" heisst, wo DJ Big B im Viertelstundentakt zwischen Rap und House wechselte. Die Drinks waren günstiger als ich je sonstwo gesehen habe und mit Amerikanern den Dougie zu tanzen war auch ein Erlebnis für sich. Danach sind wir mit ein paar jungen Leuten an den Strand, wo wir bis 5 Uhr morgens über die Schweiz erzählen mussten. Irgendwann bei Tageslicht waren wir dann im Hotel und haben natürlich die Check-Out Zeit um 11 Uhr verschlafen, was der Grund war, wieso sie uns das Zimmer nicht um eine Nacht verlängern wollten, obwohl wir vorhatten zu bleiben. Weil's uns hier so gut gefällt.

Die Hotelsuche heute Nachmittag stellte sich dann als ziemlich problematisch dar, da wir offensichtlich das günstigste bereits erwischt und dann aber verspielt hatten. Da Samstag ist, bewegen sich die Preise im dreistelligen Bereich für eine Nacht, was wir nicht wirklich ausgeben wollen. Es ist schliesslich ein Road Trip. Also haben wir unseren neuen Freunden von gestern geschrieben, welche uns sofort einen Platz bei sich angeboten haben, wo wir heute Nacht übernachten werden. Und jetzt sitze ich hier halt im Laundry und warte darauf, dass Oubie's Unterhosen endlich trocken sind. Es wird anscheinend eine bierreiche Nacht.


So, das war jetzt ziemlich viel auf's mal, aber das ist mir egal. Ich habe nämlich gerade fertig geschrieben und das Lesen liegt bei euch. Gruss in die kalte Schweiz und ich wette, dass am Wiz Khalifa Konzert mehr Leute bei B.M.F. durchdrehten, als am Touch The Air. I'm out.

Montag, 20. Juni 2011

Hello Toronto

Und dann war's soweit. Nach einer unruhigen Nacht um 08.00 Uhr aufgestanden und als erstes die Nummer vom Unispital gewählt, damit die mir in letzter Minute noch die ärztliche Bescheinigung für meine Psoriasis-Spritzen (die ich mir übrigens wöchentlich selbst in's Bein jagen muss) per E-Mail schicken lassen, damit ich diese im Handgepäck mitnehmen kann. Mit Yelawolf im Ohr und Rucksack dann an den Flughafen gefahren, keiner kam mit (Assholes!) und das Transfer-Ticket von Toronto nach San Francisco geholt, da der Flug beim Check-In am Vorabend noch geschlossen war. Hab übrigens den grössten Koffer, den ich fand, mitgenommen, aber nicht mal 'nen Viertel gefüllt. Der Dollar-Kurs wird's gut mit mir meinen.

Mit Heften eingedeckt bestieg ich dann das Flugzeug, wie Reinhold Messner einst Berge. Die eine Stunde Verspätung war gut zu verkraften, da ich in Toronto sowieso einen 4-stündigen Aufenthalt eingeplant hatte. Also nicht ich. Die Fluggesellschaften. Logisch. Den Flug mit irgendwelchen Trash-Filmen und Kanye West verbracht. Also "My dark twisted horny fantasy beautiful was weiss ich noch alles" gab's im Entertainment System, jedoch war zB im ersten Song Dark Fantasy "higher" in "can we get much higher?" zensiert, was das Ganze unhörbar machte. Egal. Ausserdem bin ich über meinen Schatten gesprungen und hab das erste mal Tomatensaft probiert, was auch ziemlich für den Arsch war. Kennt man doch: Man sitzt im Flugzeug, will/kann seinen Becher nicht (mehr) fertigtrinken. Das Tischchen will man zwar hochklappen, aber den scheiss Becher will man auch nicht in der Hand halten. Der Stewardess zurückgeben hinterlässt auch einen ziemlich komischen Eindruck und die Gefahr, das nächste mal nur noch halbgefüllte Becher zu bekommen. Tomatensaft wohin also? Ex. Ich ziehe das Exen einer Flasche Whisky dem Exen eines Bechers Tomatensaft vor. Ernsthaft. Ich mag Tomaten sowieso nicht wirklich. Ich Tubel.

Dann der Anflug auf Toronto, einiges unspektakulärer als erwartet. Die Skyline ist ziemlich mickrig und alles sieht gleich aus. Nur hie und da haben die Kanadier irgendwelche Disney-Schlossartige Gebäude, keine Ahnung was das sein soll. Bei der US-Imigration in Toronto hat mich so'n Typ noch rausgewunken und hat Streichproben von meinen Händen genommen und in eine Maschine gesteckt, wobei ich 3 Sekunden Nervenflattern hatte. War dann aber nichts und die Imigration ging ziemlich zügig voran. Nur der Redneck am Schalter hat mich wieder mit ein paar bescheuerten Fragen gelöchert. Aber das kennt man ja. Und kein Schwein wollte weder meine ärztliche Bescheinigung, noch meine Spritzen sehen. Ich konnte die ohne Probleme im Handgepäck durch den X-Ray schleusen. Da soll mir noch einer sagen, die USA meint's ernst mit der Sicherheit.

Dann zum Gate, Vorfreude auf die Smoker Lounge, aber nein, die Kanadier haben zwar free Wireless an ihrem Flughafen aber keinen fucking Place, wo man sein verdientes Nikotin zu sich nehmen kann. Jetzt muss ich nach 9 Stunden Flug und 3 Stunden Aufenthalt nochmals 6 Stunden fliegen, bis ich in San Francisco das Lungenstäbchen anzünden kann. Fuck that. Auf jeden Fall schreibt mir der Oubie noch, er sei eventuell nicht im Hotel, wenn ich komme. So ein Penner. Der kriegt Hiebe, wenn er dann mal betrunken auftaucht. Oubie, stell den Vodka kühl!

Und jetzt sitz ich hier, hab schnellschnell so 'nen neuen Blog gemacht und schreib diese langweiligen Sätze zusammen. Ausserdem ist das Wireless langsam wie Sau, was die Wartezeit nicht wirklich verkürzt. Wenigstens hab ich wieder meine Lieblinge zurück:


In einer Stunde geht das Boarding los. Haltet die Ohren und Penisse steif. Cali, die Kanaks kommen!

Achja, für alle, die mich damals nicht kannten und andere Nostalgiker, hier mein uralter NYC-Blog:


Aber Achtung, da war meine Schreibweise noch nicht so ausgeprägt. Wobei ich diesen Eintrag auch in 5 Minuten hingeschissen hab. Sorry for that und meine unpassende Wortwahl. Bin auch schon 20 Stunden wach. Soll ja eh nur ein Prolog sein. Und ich bin der Protagonist. Und Oubie ist mein Sidekick. Muaha. Seeya!